Analoge Schwarz/Weiß Film Entwicklung

Servus :)

Ein kleiner Themeneinschub, die Bilder der beiden Shootings müssen noch fertig bearbeitet werden ;)

Wie schon in ein paar vorherigen Posts angekündigt, hatte ich die Möglichkeit, meine zwei Schwarz/Weiß Filme selber zu entwickeln. Ich werde hier jetzt meine Erfahrungen schildern, worauf man achten muss, was man benötigt bzw. welche Untensilien ich benutzt habe, und wie es weiter geht.
Danke nochmal an meinen Onkel, dass er mir die Möglichkeit zur eigenen Entwicklung gegeben hat, und mir eine große Hilfe war! :)

Erfahrungssammeln

Ich hatte zwei Filme, den Ilford HP5 plus 400 und den Ilford FP4 plus 125. Wichtig waren die Namen, bzw. eigentlich die Bezeichnung HP5 und FP4 für die Bestimmung der Entwicklungszeit mit dem jeweiligen Entwickler.
Doch bevor es überhaupt zum Entwickeln geht, müssen die Filme aus ihren Filmdosen befreit werden, und auf die Spulen der Entwicklungsdose aufgewicket werden. Da kein Licht auf den Film fallen darf, muss dieser Vorgang in völliger Dunkelheit durchgeführt werden. Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Man verzieht sich in einen abgeschottenen Raum, wo kein Licht hinkommt, und macht das Licht aus, oder aber man verwendet einen sogenannten Wechselsack. Das ist ein lichtundurchlässiger Beutel, der zwei Löcher mit Gummizug hat, wo die Arme durchkommen (der Stoff schließt dann so ab, dass kein Licht durchkommen kann) und auf einer Seite eine Öffnung, wo man die Untensilien in den Wechselsack tut, mit Reisverschluss und Umschlagung mit Druckknöpfen, somit ist der Beutel doppelt verschlossen. Der Beutel bietet genügend Platz für die benötigten Untensilien. Bei mir waren das Entwicklungsdose mit zwei Spiralen, die Filmdöschen, eine Schere und eine Zange. Die Zange habe ich benötigt, um die Filmdose aufzubekommen. Und das hat bei mir ewig gedauert. Man kann sich ja nur durch fühlen orientieren, und bis ich die Zange richtig angesetzt hatte und die Dose aufbekommen habe, verging schon einige Zeit. Mit der Schere habe ich die Ecken am Anfang leicht abgeschnitten, damit man den Film besser in die Spiralen reinbekommen, und am Ende des Films den Film abgeschnitten.
Wie schon geschrieben, man findet sich nur durch fühlen zurecht, man muss aufpassen, dass man nicht auf die beschichtete Seite des Filmes mit seinen Finger kommt, dass der Film nicht in der Spirale stecken bleibt, und und und.

Hat man nun diesen ersten Teil geschafft, kontrollieren, ob die Entwicklungsdose wirklich fest zu ist, und dann gings an das Entwickeln. Dazu schüttet man die Entwicklungsflüssigkeit in die Entwicklungsdose, und schüttelt die Dose dann immer mal wieder nach einer vorgegeben Zeit. Nachdem man eine vorgegeben Zeit lang entwicklet hat, tauscht man die Entwicklungsflüssigkeit durch Wasser aus. Das ist die sogenannte Zwischenwässerung. Nach der Zwischenwässerung folgt die Fixierung, da folgt man wieder den Vorgaben für den jeweiligen Film. Bei der Fixierung wird, wie der Name schon sagt, der Film fixiert und ist somit nicht mehr lichtempfindlich. Dann folgt eine Schulsswässerung, und man darf den Film aus der Dose nehmen.
Wir haben meine Filme dann von der Spirale gerollt, und an einer Wäscheleine mit Beschwerer aufgehängt, wo er dann mindestens zwei Stunden getrocknet hat.
Mein Onkel hat mit die Negative eingescannt, und dass sind dann auch die Bilder, die später folgen werden.
Ich darf mir meine Lieblingsbilder heraussuchen, und davon erstellen wir dann Vergrößerungen und Abzüge. Davon werde ich dann hoffentlich auch berichten können (:

17 27

4 38

41 39 33 46 35
Die ersten drei Bilder sind mit der EOS 5 gemacht, die andern mit der EOS 3000N. An den Bildern ist bis auf Verkleinern, Copyright draufpacken und leichtes Nachschärfen nixhts verändert worden.

Ich fahre die nächsten Tage jetzt erstmal in den Urlaub, und kann deswegen nicht sagen, ob ich es schaffe, zumindest eines der letzten Shootings zu posten. Deswegen wünsche ich jetzt erstmal noch ein schönes Restwochenende und einen guten Start in die folgende Woche (:
Viele Grüße

Das hier ist aus der Erinnerung und einer kurzen Suche nach den richtigen Begriffen aufgeschrieben. Für eventuelle Fehler in dem Ablauf entschuldige ich mich und nehme gerne Verbesserungsvorschläge an.

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12 Gedanken zu „Analoge Schwarz/Weiß Film Entwicklung

  1. Mir gefällt auch das letzte Foto am besten, die Spiegelung und wie die Fische davonwitschen… Falls es das Wort witschen gibt, aber ich finde es passend.
    Es ist irgendwie faszinierend, wenn man Filme entwickelt statt SD-Karten in den Computer schleust, wie Bogenschießen statt Maschinengewehr abfeuern. Es hat so einen alten Charme. Aber ich wusste nicht, wie kompliziert das alles ist; ich hab keine Ahnung, wie ich mich schlagen würde, wenn ich überhaupt nichts sehe… Aber ich glaube, es ist viel schöner, wenn man dann so einen Abzug in der Hand hält als ein Bild, dass der Rossmann-Automat gerade ausgespuckt hat.
    Die schönsten Sachen kriegt man bei deviantART ja in den privaten Nachrichten: Webcam-modeln. Nein! Meine Güte! :o Und ich will auch nicht hypnotisiert werden und warum sind german girls alle spicy? Komische Leute da… Aber im Nachhinein ist es lustig. ;D

    Liebste Grüße und viel Spaß im Urlaub! :)
    Mara

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    • Danke dir! :) Ja, das letzte gefällt mir von allen auch am besten.
      Wie Jakob schon geschrieben hat, wird die Arbeit mit dem Wechselsack nach ein paar Versuchen immer einfacher, man kriegt eine gewisse Routine rein. Auch wenn ich beim ersten Mla echt dachte „Ach du jemine, was mach ich nur“ Aber mit Tasten kriegt mans mehr oder wengíger hin. Besser auf jeden Fall, als wirklich in völliger Dunkelheit zu arbeiten, des wäre gar nichts für mich, ich brauche eigl. immer einen Orientierungspunkt.
      Web-Cam Modeln?? Oh mein Gott,wirklich? Mir kamen die Leute auf DA eigl. nie so komisch vor, zum Glück bin ich bisher an keine solchen geraten, muss schon komisch sein, solche Nachrichten zu bekommen. Aber wenn mans sich so durchliest, hat irgendwie wirklich was lustig lächerliches :’D

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  2. Ich kann mich gar nicht entscheiden, welches mein Lieblingsbild ist :D
    Analoge Fotografie hat immer etwas, das mich fasziniert. Vor allem die Schwarzweißfotografie liebe ich so^-^
    xoxo Isa

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    • Haha, danke :)
      Ich finde Schwarz-weiß Fotografie hat auch wa sganz eigenes an sich, weil man sich die Motive in S/W vorstellen muss. Ich hab aber ne kurze Zeit S/W gesehen, sehr faszinierend :’D

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  3. Die Bilder sehen gut aus, und werden beim richtigen vergößern bestimmt noch besser. Mir sind ein paar Sachen aufgefallen: Auf mehreren Bilder sind weiße „Fäden“ zu erkennen. Meiner Erfahrung nach sind dafür vor allem zwei Dinge verantwortlich: Verkratzte Negative (Passiert beim einspulen schnell) oder Staub auf dem Negativ. Das kann man mit sorgfältiger Behandlung von Negativ und Vergrößerer mit Mikrofasertüchern vermeiden.

    Und zum Thema Film aus der Dose: es gibt ein Werkzeug, damit kannst du das Ende des Filmes herausziehen, ohne die Dose zu öffnen. Ich habe das hier erworben:
    http://www.fotoimpex.de/shop/system/?func=detailcall&wkid=40334491565607&prodid=1&artnr=1092500

    Dann musst du erst am Ende den herausgezogenen Film abschneiden, und kannst, wenn im Wechselsack etwas nicht gelingt, den Film in die Dose zurückziehen, den Sack öffnen und es erneut probieren. Wenn du viel analog photographierst kann es sich lohnen, statt loser Filme eine 30m-Rolle Film zu kaufen, und in ein Einspulgerät zu legen, sodass du beliebige Filmlängen einspulen kannst. Dazu ist es gut, wenn du die Patronen nicht öffnest.
    Wenn du dazu Fragen hast, werde ich die gerne beantworten.

    Liebe Grüße und Viel Spaß beim vergrößern!
    Jakob

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    • Vielen Dank, Jakob! :)
      Ich kann mir gut vorstellen, dass die Fäden durch das einscannen und Staub auf dem Negativ entstanden sind. Ich hoffe zumindest, dass eskeine Kratzer sind. Wenn ich die Negative später vergrößere, werde ich aber nochmal verstärkt darauf achten, danke nochmal für den Hinweis. Hatte die Fäden über meine Europhorie nach der ersten eigenen Entwicklung ganz vergessen ^^

      Danke für den Link. Mein Onkel meinte, er hatte auch mal einen Laschenzieher (so oder so ähnlich hieß des), aber den haben wir an dem Tag nicht gefunden. Ich werde mir den Filmrückholer definitiv abspeichern und mir vlt. auch zulegen.
      Danke auch für die Tipps und dein Angebot, mir eventuelle Fragen zu beantworten, ich werde, wenn ich mich weiter mit dem Bereich Analog beschäftigen werde (was ich schon denke, es hat was extrem faszinierendes an sich) dankend darauf zurückkommen :)

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      • Bitte schön.

        Bewahre am besten alle leeren Filmpatronen auf, die Kannst du mit einer dreißig meter rolle neu befüllen. Ich nutze zum Beispiel Ilford delta 100 von der Rolle. Den kann man mit Tricks beim entwickeln dann auch als Iso 200, 400 oder 800 nutzen, da er sehr feinkörnig ist.

        Lieb Grüße
        Jakob

        P.S.: Bei genauerer Betrachtung sehen die Striche auch eher nach Staub als nach Kratzern aus ;-)

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  4. Ich finde es echt interessant, zu lesen wie es dir bei der Entwicklung der Fotos gegangen ist. Und genauso würde ich auch die Ergebnisse beschreiben: Interessant und zugleich irgendwie fesselnd.
    Meine Lieblingsbilder aus der Serie sind das Letzte mit den Fischen und das im Tunnel. :-)

    Liebe Grüsse,
    Lara

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